D6 Landwirtschaftliche Meliorationen, Projektdossiers

Zusammenfassung

Als Bodenverbesserungen oder Meliorationen werden Massnahmen und Werke bezeichnet, die den Zweck haben, die Ertragsfähigkeit des Bodens zu erhalten oder zu steigern, seine Bewirtschaftung zu erleichtern oder ihn vor Verwüstungen oder Zerstörungen durch Naturgewalten zu schützen. Seit den 1990er Jahren wurde der Begriff "Meliorationen" in Bund und Kantonen durch "Strukturverbesserungen" abgelöst.

Grundlegend für die Mitwirkung des Bundes im Meliorationswesen war der Bundesbeschluss vom 27. Juni 1884 über die Förderung der Landwirtschaft. In der Nachkriegszeit waren das eidg. Landwirtschaftsgesetz vom 3. 10. 1951 (Bbl 1951, Bd. 3, S. 129-163) und die Bodenverbesserungsverordnung vom Juni 1971 prägend. 1999 traten das neue Landwirtschaftsgesetz (SR 910.0) sowie die Verordnung über die Strukturverbesserungen in der Landwirtschaft (Strukturverbesserungsverordnung SVV; SR 913.1) in Kraft.

Der Bund ist v. a. in Hinsicht auf die Abwicklung von Subventionen involviert, und zwar durch die Abteilung Strukturverbesserungen (bis 1993 Eidg. Meliorationsamt EMA) innerhalb des Bundesamtes für Landwirtschaft. Die Aufsicht und in Ausnahmefällen auch die Durchführung einzelner Projekte liegt bei den kantonalen Stellen, früher meist als kantonale Meliorationsämter (KMA) bezeichnet, heute in der Regel eine Abteilung für Strukturverbesserungen in der jeweils für die Landwirtschaft zuständigen Dienststelle. Neben den durch den Bund mitsubventionierten Projekten gibt es auch solche, für die keine Bundeshilfe anfällt.

Empfehlungen

Bundesarchiv: Das BAR bewahrt Unterlagen für die Zusicherungen der Subventionen durch den Bund auf. (Bisher wurden Projektdossiers aus dem Zeitraum 1884-1976 übernommen).

Staatsarchive: Vollständig und im Original gesichert werden sollen: Subventionszusicherungen, Projektakten (Technischer Bericht, Kostenvoranschlag, topographische Karte 1:25'000, Finanzierungsplan, Vergebungsofferte, Vergebungsantrag), Pläne (Ausführungspläne), Offerten und Bauverträge (nur bei Projektierung und Bauleitung durch KMA), Rechnungswesen (Belege für Teil- und Schlusszahlung, Ausführungsbericht, statistisches Zählblatt), Einsprachen, Gutachten (Expertenberichte, Vernehmlassungen), Unterhalt (Kontrollberichte, Protokolle, Rückerstattungsakten).

Original-Papier vom Vorstand VSA am der Sitzung vom 15. Juni 1987 in Bern genehmigt
Zusammenfassung und Aktualisierung durch Max Huber, Juni 2007

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