Le corps archive

Le Corps Archive

Ein Film von Robin Harsch
Nach einer choreografischen Idee von Manon Hotte
Produktion: Verein Schweizerische Archivarinnen und Archivare, Staatsarchiv Genf

Le Corps Archive (Video)

„Archive lassen Erinnerungen wieder aufleben. Der Körper hingegen hat die Geschichte sowieso gespeichert.“ 

Auf Einladung des Vereins Schweizerische Archivarinnen und Archivare (VSA), der 2022 sein 100-jähriges Jubiläum feiert, schlug die Choreografin Manon Hotte vor, aus der Begegnung zwischen Tanz und Archiv ein choreografisches Werk zu schaffen. Sie wandte sich dafür an eine ehemalige Schülerin, Élodie Aubonney, die heute Tänzerin und Choreografin ist. Gemeinsam setzen sie sich mit dem „Archivkörper“, dem Corps Archive, auseinander, einem Körper, der von der Geschichte aller Tanzproduktionen und von seiner eigenen Geschichte geformt wurde. 

In der Begegnung mit zwei Archivar:innen konfrontieren sie sich mit den ebenso persönlichen Geschichten, die in den Dokumenten des Genfer Staatsarchivs stehen. Aus diesen Begegnungen entstehen Tänze, die sich mit verschiedenen Themen befassen: Mutterschaft, Identität, Weitergabe an die Nachwelt, Leben und Endlichkeit.


Der Film Le Corps Archive vom Regisseur Robin Harsch begleitet das Entstehen dieser Tanzkreation und zeigt den Zuschauerinnen und Zuschauern, dass auch sie alle einen Corps Archive, einen Archivkörper haben, der bereits die Erzählung eines Teils der Weltgeschichte in sich trägt.

Manon Hotte begann ihre Karriere als Tänzerin und Choreografin in ihrer Heimat Québec und setzte sie 1981 in ihrer Wahlheimat Genf in der Schweiz, fort. Dort widmete sie sich immer mehr zeitgenössischen Kreationen. Charakteristisch für ihre Arbeit sind interdisziplinäre performative Kreationen und insbesondere das Schaffen mit Kindern und Jugendlichen als Tänzerinnen und Tänzer. Aus ihren Erfahrungen heraus hat sie mit ihrem Team aus dem Atelier Danse Manon Hotte / Cie Virevolte (1993–2014) eine Pädagogik des kreativen Schaffens entwickelt. 2014 war sie Mitbegründerin des Projekts H107, ein Ort, der dem zeitgenössischen tänzerischen Schaffen gewidmet ist und Archive beherbergt, die unter dem Titel „Création, semis et palabres_Fonds Manon Hotte“ den Prozess dieses Schaffens festhalten. Die Archive, die angeschaut werden können, möchte sie gerne lebendig und entwicklungsfähig halten. Bis heute hat sie mehr als dreissig choreografische Werke geschaffen. Seit mehreren Jahren interessiert sie sich besonders für Kreationen, die von Archivmaterial und schriftlichen Werken inspiriert werden.

Robin Harsch schloss 2004 sein Studium an der ECAL (Ecole cantonale d’art de Lausanne) ab. Er drehte mehrere fiktive Kurzfilme und Fernseh-Kurzfilme, darunter Sophie Calle, près texte im Jahr 2002 und Federer et moi im Jahr 2006, Gewinner des Preises für den besten Schweizer Kurzfilm. Er tritt auch als Schauspieler in verschiedenen Filmen auf, darunter in Un autre homme – Ein anderer Mann von Lionel Baier. Er hat mehrere Regieworkshops durchgeführt, unter anderem mit jungen Tänzerinnen und Tänzern des Atelier Danse Manon Hotte / Cie Virevolte, mit Filmstudenten der ECAL sowie mit Migrantinnen und Migranten in einem Aufnahmezentrum. Seit mehreren Jahren konzentriert sich Robin Harsch auf Dokumentarfilme, in denen er seine Protagonistinnen oder Protagonisten über einen längeren Zeitraum begleitet. So kam 2020 die Dokumentation Sous La Peau heraus, in der er drei Trans-Jugendliche über zwei Jahre hinweg begleitete.