Aus- und Weiterbildung

1. Überblick
2. Angebote des VSA

3. Andere Grund- und Weiterbildungsmöglichkeiten

 

1. Überblick

Mit der Aus- und Weiterbildung im Archivwesen beschäftigt sich innerhalb des Verbandes der Bildungsausschuss. Er organisiert den einführenden Grundkurs, die jährliche Fachtagung und den Weiterbildungszyklus "Archivpraxis Schweiz". Zu seinen Aufgaben gehören darüber hinaus die Interessenwahrnehmung (Stellungnahmen zu und Begleitung von institutionellen Aus- und Weiterbildungsangeboten) und die Information (Aus- und Weiterbildungskalender im Internet).

Im Berufsfeld Information und Dokumentation (I+D) existieren institutionelle Anbieter, die Aus- und Weiterbildungen durchführen. Solche Angebote werden zentral auf der Website der Ausbildungsdelegation I+D beschrieben.

Die Ausbildungsdelegation I+D wurde 1994 vom Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz BBS, der Schweizerischen Vereinigung für Dokumentation SVD (heute fusioniert zu BIS Bibliothek Information Schweiz) und dem VSA mit dem Ziel eingesetzt, die Ausbildung in den Bereichen Bibliothek, Dokumentation und Archiv innerhalb der Schweiz zu koordinieren. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Fragen der Ausbildung, insbesondere die berufliche Grundbildung.

2. Angebote des VSA

Grundkurs für Archivarinnen und Archivare: Basiswissen Archiv
Der vom VSA organisierte Grundkurs hat zum Ziel, elementare Grundkenntnisse der archivischen Tätigkeit zu vermitteln (übergreifende Theorie, wichtigste Begriffe, typische Tätigkeiten und Abläufe) und theoretische Reflexion zu ermöglichen. Der Kurs hat nicht zum Ziel, einzelne Archive der Schweiz sowie spezifische Lösungen vorzustellen; dies ist Inhalt verschiedener anderer Weiterbildungsangebote des VSA.

Der einwöchige Grundkurs richtet sich als fachspezifisches Weiterbildungsangebot an Personen, die in einem Archiv angestellt oder mit Archivaufgaben betraut sind und keine Grundausbildung aus dem Bereich I+D mitbringen. Er soll neben dem Vermitteln von Grundkenntnissen dem Aufbau eines beruflichen Beziehungsnetzes dienen. Dem Networking wird deshalb viel Bedeutung beigemessen.

Zyklus "Archivpraxis Schweiz"
Die Module des Zyklus "Archivpraxis Schweiz" werden in enger Zusammenarbeit mit einzelnen Archiven organisiert und sind deshalb besonders praxisnah. Die Veranstaltungsreihe findet seit 2008 alle zwei Jahre statt und dient der Weiterbildung von bereits berufstätigen Archivmitarbeitenden aller Stufen. Grundlagentheorie wird in diesem Rahmen keine vermittelt. Die Module sind in der Regel zweisprachig deutsch/französisch, die Dokumentation wird jeweils übersetzt. Pro Modul können 25 Personen teilnehmen.

Der Zyklus "Archivpraxis Schweiz" möchte:

  • einen Einblick in die vielfältige Archivlandschaft der Schweiz bieten,
  • den Erfahrungsaustausch und dadurch die praxisbezogene Weiterbildung fördern,
  • spezifische Ausprägungen archivischer Tätigkeiten einander gegenüberstellen,
  • die Mitglieder des Berufsverbandes über persönliche Kontakte vernetzen.

Weitere Angebote des VSA
An der jährlichen Fachtagung, wo Referentinnen und Referenten aus ihrem je unterschiedlichen Blickwinkel eine archivische Fragestellung beleuchten, nehmen jeweils rund 100 Personen teil. Das Programm ist zweisprachig deutsch/französisch, seit 2014 gibt es eine Simultanübersetzung.

In unregelmässigen Abständen werden Workshops organisiert, oft in Kooperation mit anderen Anbietern. Die Arbeitsgruppen und Ausschüsse des VSA bieten ebenfalls Tagungen und Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Die Einladungen zu diesen Veranstaltungen werden den Verbandsmitgliedern per VSA-Newsletter zugesandt. Termine und Kursinformationen finden sich zudem in der Agenda.

3. Andere Grund- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Berufslehre (Fachfrau/Fachmann I+D)
Unter der Bezeichnung I+D-Berufe sind die früheren Berufsbezeichnungen Bibliothekarin/Bibliothekar, Archivarin/Archivar und Dokumentalistin/Dokumentalist zusammengefasst.

Die dreijährige Berufslehre vermittelt Kenntnisse in allen drei Berufssparten. Neben der Arbeit in den Ausbildungsbetrieben werden die Berufsschule in Bern, Genf, Lausanne oder Zürich sowie überbetriebliche Kurse besucht. Die Lehre wird mit dem Titel "Fachfrau/Fachmann Information und Dokumentation EFZ" (bis und mit Ausbildungsstart 2008: "Informations- und Dokumentationsassistent/in EFZ") abgeschlossen.

Es ist möglich, sich parallel auf die Berufsmaturität vorzubereiten. Diese ermöglicht später ein Fachhochschulstudium - zum Beispiel im Bereich I+D mit einem Bachelor of Science in Informationswissenschaften.

Aktuelle Informationen zu Berufsbild, Ausbildungsbetrieben, Schulen, Informationsveranstaltungen finden sich auf der Website der Ausbildungsdelegation I+D.

Die Lernenden sind in einem Ausbildungsbetrieb (oft einer Bibliothek) angestellt, sammeln aber im Rahmen von Praktika Erfahrungen in den anderen I+D-Bereichen. Diese Checkliste gibt Auskunft über mögliche Tätigkeiten in einem Archivpraktikum.

Fachhochschulstudium
Das dreijährige Fachhochschulstudium in Genf oder Chur wird mit einem „Bachelor of Science“-Titel (früher: I+D-Spezialist/in) abgeschlossen. Es umfasst neben Archivwissenschaft auch Themen aus dem Bibliotheks- und Dokumentationswesen, Management, neue Technologien, usw.

Die Absolventinnen und Absolventen sind spezialisiert auf komplexere Aufgaben, z.B. im Projektmanagement und der Teamführung. Zu den Aufgaben im Archiv kann etwa gehören: Bestandsbildung, Erschliessung, Dokumentation, Recherche, Ausbildung von neuen Mitarbeitenden und Lernenden. Funktionen und Einstufung sind stark abhängig vom anstellenden Betrieb.

Nachdiplomstudien I+D
Im Bereich I+D werden verschiedene Nachdiplomstudiengänge angeboten (Certificate of Advanced Studies CAS oder Master of Advanced Studies MAS). Diese werden zentral auf der Website der Ausbildungsdelegation I+D beschrieben.

Archivausbildung und -weiterbildung im Ausland
Die Archivschule Marburg hat auf ihrer Seite zahlreiche Links zu Ausbildungsstätten in Europa und Übersee zusammengestellt.